Es ist schon verführerisch. Da steht sie, die moderne Medizin, mit glänzenden Geräten, hochauflösenden Bildern und Algorithmen, die versprechen, uns besser zu kennen als wir uns selbst. Sie hat Antworten, bevor wir Fragen stellen, und Lösungen für Probleme, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie haben. Und sie flüstert uns zu: „Schau doch noch einmal genauer hin. Vielleicht finden wir etwas. Nur zur Sicherheit.“
Natürlich suchen wir laufend den Fortschritt. Natürlich wünschen wir uns Präzision, Sicherheit, Kontrolle. Aber all das hat seine Schattenseiten: Die Möglichkeiten werden zur Versuchung – für Ärzte, für Patienten, für ein ganzes System, das sich zunehmend danach definiert, was technisch machbar ist, nicht mehr danach, was medizinisch und menschlich sinnvoll ist.
Ein Beispiel? Die 78-jährige Patientin mit leichten Rückenschmerzen. Keine Red Flags, keine…
