Stellv. Chefredakteur
Das Internet, so zumindest eine verbreitete Legende, sei dafür geschaffen worden, selbst einen Atomschlag zu überleben. Das stimmt zwar nicht ganz, denn die Nuklearkriegsresilienz war nicht das erste Designziel des vom US-Militär entwickelten Internet-Vorläufers Arpanet, doch den genialen Trick, der das möglich machen sollte, gab es wirklich: die dezentrale Arbeitsweise. Es gab keine anfällige Leitstelle, die alle Nachrichten verteilt hätte, keinen vulnerablen Mittelpunkt, durch den alle Verbindungen gelaufen wären. Stattdessen konnte jeder der Netzknoten ausfallen; die paketierten Informationen suchten sich dann einfach automatisch einen neuen Weg zum Ziel.
Über einen Atomkrieg braucht man heute gar nicht erst nachzudenken: Momentan überlebt das Internet nicht einmal einen Konfigurationsfehler. Der sechsstündige Facebook-Blackout Anfang Oktober – der größte Ausfall, den die Webüberwacher von Downdetector bislang verzeichnet haben – hat das zuletzt wieder…
