Dass wir heute überhaupt von Vivian Maiers fotografischem Werk wissen, grenzt an ein Wunder. Bei einer Zwangsauktion im Jahr 2007, zwei Jahre vor ihrem Tod, wurden Kisten voller Filmrollen ersteigert. Die Bilder wurden entwickelt, digitali-siert und entpuppten sich – ohne Übertreibung – als eine der größten Entdeckungen der Fotogeschichte. Doch der Reihe nach: Der Name Vivian Maier tauchte bis vor wenigen Jahren in kei-nem Foto-Almanach auf, weil ihn schlicht niemand kannte. Niemand wusste, dass die groß gewachsene Frau mit französischen Wurzelnüberhaupt fotografierte. Und es spricht vieles dafür, dass sie darüber auch nie Auskunft geben wollte.
Maier lebte zurückgezogen, nach Stationen in New York und Los Angeles, in Chicago, wo sie als Haushalts-hilfe und Kindermädchen für wohlhabende Familien arbeitete. Die Fotografie betrieb sie neben ihrer Tätigkeit. Zeitlebens nahm sie, soweit und…