Gerade in der Straßenfotografie gibt es Bilder, von denen man behaupten möchte: „Das kann ich auch!“ Vor allem, wenn es sich um solch minimalistische Motive handelt, wie sie der Österreicher Martin Essl fotografiert.
In seinem neuen Buch, erschienen im Kehrer-Verlag, finden sich genau diese vermeidlich banalen Szenen von Hauswänden und Bauzäunen und unwichtig scheinenden Details. In Paris, der Wahlheimat Essls, dokumentierte er den Wandel einer Stadt in einer Art poetischem Fotoessay. Nur vereinzelt tauchen Menschen auf, die Essel in einer fast bühnenhaften Darstellung festhält – flüchtig inszeniert.
Das alles findet schließlich in seinem Bildband „Le bateau ivre“ Platz. Der Titel, übersetzt mit „Das trunkene Schiff“, verweist auf das gleichnamige Gedicht von Arthur Rimbaud über das menschliche Leben als dramatische Schiffsreise. Und eben genau diese Poesie fängt Essl in Bildern ein,…