Die Avantgarden des 20. Jahrhunderts äußerten sich in ihren Manifesten häufig posaunend umstürzlerisch. Bestehendes sollte radikal aufgebrochen werden, um Wege ins Freie, Neue, Zukünftige zu öffnen. Muss aber für ein wissenschaftlich wie künstlerisch forschendes Archiv der längst historischen Avantgarden eine Architektur geschaffen werden, die sich genauso gewaltig hochtönend gibt wie die Zeitzeugnisse, die sie bewahrt, kritisch befragt und öffentlich im Rahmen aktueller Entwicklungen diskutiert?
Das einzigartige, unkonventionelle, multiperspektivische Archiv der Avantgarden des Galeristen, Verlegers und Sammlers Egidio Marzona ging schenkungshalber 2016 an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Das Versprechen: Die seinerzeit 1,5 Millionen Zeitdokumente und Artefakte en bloc in der vom Sammler fluide angelegten Systematik zu übernehmen, ein eigenes Forschungsinstitut ins Leben zu rufen, Ausstellungen zu organisieren, neue Foren zu entwickeln und dafür einen passenden Architekturrahmen zu schaffen.
Die gewählte Adresse…