Hild und K haben ein Beispiel geliefert, einen städtischen Solitär, der sich nicht zur Nachahmung, aber womöglich als Vorbild empfiehlt. Einst bildete hier das Hohentor den Abschluss der südlich der Weser gelegenen Bremer Befestigungsanlagen. 1630 als prachtvoller Backsteinbau mit Rundbogen-Tordurchfahrt und Satteldach errichtet, stand es im frühen 19. Jahrhundert nur noch im Weg, den es einst überwachte, und wurde abgerissen. Etwa an seiner Stelle erhebt sich neuerdings ein Hochpunkt in der Alten Neustadt, ein Gebäude der bremischen Gewoba. Entworfen und realisiert haben es Hild und K, deren ungewöhnliches Konzept 2017 im Wettbewerb prämiert wurde. Die Architekten erzeugen Effizienz dort, wo es nicht üblich ist, und schaffen damit Spielräume, um Mittel und Aufwand anders zu gewichten.
Wo andere Teilnehmer im Wettbewerb separate Treppenhäuser vorschlugen, eigene Zugänge oder gar getrennte Gebäude errichten…
