August 2021, ein ganz normaler deutscher Wald in Sachsen-Anhalt. Schweres Gerät macht lärmend einen Stamm nach dem anderen nieder. Riesige Kahlschläge tun sich auf, wo bis vor zwei oder drei Jahren Nadelbäume noch dicht an dicht standen. Die Eigentümer der Flächen haben die Fichte längst aufgegeben; nach drei Dürrejahren und anhaltenden Borkenkäferattacken pflanzen sie die Baumart nicht mehr nach. Ein großer Teil der Ernte für die nächsten Jahrzehnte liegt jetzt schon – entastet, entrindet und zu meterhohen Stapeln aufgetürmt – am Rand der Fahrwege. Überwiegend Schadholz, das in der Papierfabrik enden wird, statt zu Bauholz verarbeitet zu werden.
Nun forsten die Eigentümer die abgeräumten Flächen mit einer Mischung aus verschiedenen Baumarten auf: Buche, Eiche, Kiefer, Lärche, Douglasie, Kirsche … Denn keiner kann heute seriös vorhersagen, wie sich der deutsche Wald…